CDU zur Vier-Täler-Schule: "Wird einem angst & bange"

Süderländer

 

CDU zur Vier-Täler-Schule: "Wird einem angst & bange"

Erschüttert über die drohende Schließung der Förderschule / Konzept abgelehnt

 

Rektor Peter-Paul Marienfeld (stehend) erklärte den CDU-Mitgliedern gestern bei einer Ortsbesichtigung sein Zukunftskonzept, das von der Landesregierung abgelehnt worden ist. ■ Foto: S. Schulz

PLETTENBERG ■ Wie kann das drohende Unheil verhindert werden? Diese Frage stellte sich gestern die CDU, nachdem sie während einer Ortsbesichtigung von den vielen Erfolgserlebnissen an der Vier-Täler-Schule gehört hatte. Trotzdem muss die Schule aller Voraussicht im Sommer 2015 schließen. Die Christdemokraten fühlen sich machtlos.

Aus der Heimatzeitung hatte die CDU Plettenberg erfahren, wie stark sich die Eltern und Schüler für den Verbleib der Vier-Täler-Schule in Holthausen einsetzen, nachdem die Landesregierung die Mindestanzahl von Schülern auf 144 erhöht hat. Diese Zahl ist für die Schule von Rektor Peter-Paul Marienfeld mit ihren derzeit knapp unter hundert Schülern unmöglich zu erreichen. Es droht die Schließung oder eine Fusion mit einer anderen Schule.

Marienfeld stellte der CDU gestern sein Konzept vor, das die Landesregierung bereits im Januar abgelehnt hat. Es sieht mittelfristig ein "Bildungs- und Unterstützungszentrum" vor, das sowohl eigene Klassen hat, aber auch Schüler anderer Schulformen vorübergehend unterrichtet. Diese Form sei zurzeit von der Landesregierung nicht gewünscht, erfuhr die CDU gestern. Immerhin bleibt eine Fusion mit der Förderschule Lüdenscheid eine Option, um den Standort Plettenberg zu erhalten. "Das wäre ein Zwischenschritt", sagt Marienfeld, der weiter für sein Konzept, das es in Hamburg bereits gibt, kämpfen möchte.

Auch die Eltern kämpfen weiter für den Erhalt der Schule und gaben den CDU-Mitgliedern Einblicke in die Erfolge ihrer Kinder. "Man darf den Kindern die Chance dieser Förderschule nicht nehmen", sagte zum Beispiel Mutter Tina Brune, deren Sohn vor kurzem von der Grundschule auf die Vier-Täler-Schule gewechselt ist und der seitdem große Fortschritte im Lesen und Schreiben gemacht hat. Ähnliches berichtete Helga Kettling, deren Sohn dank der Vier-Täler-Schule nicht nur medikamentenfrei ist, sondern inzwischen auch ein gesundes Selbstvertrauen hat.

Diese individuelle Förderung soll nun zunichte gemacht werden. "Da wird einem angst und bange", sagte CDU-Mitglied Heinz-Dietmar Schulz. "Ich bin erschüttert." Wolfgang Ising ergänzte: "Solange die Mindestzahl von 144 im Raum steht, wird sich die Lage hier auf jeden Fall verschlechtern." Fraktionsvorsitzender Heiko Hillert betonte, dass die Ortsunion zwischen den Stühlen sitze, weil es sich hierbei um Landespolitik handelt. Aber: "Politik baut sich von unten nach oben auf", sagte Hillert. "Wenn wir das Gefühl haben, dass hier eine fundamental falsche Entscheidung getroffen wird, dann geben wir das auch weiter." So soll es dann auch geschehen: Die CDU will auf jeden Fall ihre Landtagsabgeordneten einschalten, wenngleich die Union in der Landesregierung nur in der Opposition sitzt und damit das Gesetz nicht per Votum ändern kann. ■ sep